Zum Abschluss ein Spiel zum Verzweifeln

von Martin Zimmerli

Beim Auswärtsspiel in Chur wollten die C-Junioren des FC Davos eine insgesamt sehr erfreuliche und recht erfolgreiche Saison mit einem guten Spiel abschliessen. Sie dominierten ihre Gegner aus der Kantonshauptstadt spielerisch auch klar und deutlich, gestanden ihnen kaum gute Aktionen zu, erspielten sich selber Chancen zuhauf, waren über weite Strecken der Partie läuferisch besser und gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe. Sie machten also fast alles richtig - fast, denn am Ende jubelten die Gastgeber über einen 3:0 Heimsieg.

Die Ausgangslage war klar. Für den Gruppensieg würde es den Davosern nicht mehr reichen. MIt einem Sieg im abschliessenden Spiel in Chur hätten sie sich aber noch den zweiten Schlussrang sichern und damit die Rangierung aus der Vorrunde egalisieren können. Dass sie dieses Ziel unbedingt erreichen wollten, wurde von der ersten Spielminute an klar. Sie dominierten ihre Alterskollegen aus Chur klar. Zwar vermochten diese in der Defensive körperlich gut dagegenzuhalten und suchten mit weiten Befreiungsschlägen auf ihre schnellen Spitzen dem Davoser Druck zu entkommen. Spielerisch führten die Gäste aber klar die feinere Klinge. Sie liessen den Ball mit viel Tempo zirkulieren und gelangten so zu einem klaren Übergewicht. Einzig beim Spiel in die Tiefe fehlte ihnen etwas das Überraschungsmoment, da sie zu oft nur den Steilpass auf die beiden Sturmspitzen suchten, statt sich mit schnellen Doppelpässen durchzuspielen. Dennoch gelangten sie zu verschiedenen guten Abschlussgelegenheiten, die sie jedoch nicht nutzen konnten.

Nach gut zwanzig Spielminuten war die Partie somit nach wie vor torlos, als die Churer zum ersten Mal überhaupt nicht nur mit einem weiten hohen Ball, sondern nach einer Kombination über die rechte Seite mit einem Flankenball in den Davoser Strafraum gelangten. Un dort wähnte sich ein Churer Stürmer wohl an der WM in Brasilien. Sein Fallrückzieher war jedenfalls spektakulär und landete entgegen dem Spielverlauf im Tor der Davoser. Nur kurz darauf kam es noch schlimmer für die Gäste. Nach einer Unaufmerksamkeit in der Davoser Abwehr entwischte eine der schnellen Churer Spitzen im Rücken seines Gegenspielers mit einem langen, hohen Ball. Zwar konnten ihn die Davoser beim Abschluss noch etwas stören, doch es passte an diesem Tag zum Spiel, dass der daraus entstehende Kullerball am weiten Pfosten erneut den Weg ins Davoser Tor fand.

Dieser Doppelschlag warf die Davoser etwas aus der Bahn. Jedenfalls wirkten sie in der Folge verunsichert. Und da sie auch läuferisch nicht mehr gleich konsequent agierten, gelangen ihnen weniger zwingende Aktionen als zuvor. So blieb die Partie bis zur Pause zwar intensiv, verflachte spielerisch aber deutlich. Trotzdem fiel aber vor dem Seitenwechsel noch ein weiteres Tor und erneut waren es die Churer die jubeln konnten. Dankend nahmen sie ein Geschenk der Davoser Defensive an, welche ihnen den Ball im eigenen Strafraum einschussbereit vor die Füsse spielten. So wurden die Seiten mit einer Dreitoreführung für die Hauptstädter gewechselt.

Dieses Zwischenresultat entsprach in keiner Weise dem Spielverlauf. Und dies wollten die Davoser in der zweiten Hälfte korrigieren. Sie traten nun wieder dominant auf und drängten die Gastgeber energisch in die eigene Hälfte zurück. Mal für mal kombinierten sie sich in den gegnerischen Strafraum. Bereits nach zwei Spielminuten traf Klaus Gröbner nach einem schnellen Doppelpass freistehend vor dem Torhüter nur den Pfosten. Der Anschlusstreffer schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Doch irgendwie wollte der Ball einfach nicht ins Tor der Churer.

Zwar bekamen die Zuschauer nun alles zu sehen, was das Fussballherz an Offensivaktionen sich wünschen kann - was fehlte war einzig ein Torerfolg. Die Davoser scheiterten mehr als ein halbes Dutzend Mal freistehend aus kurzer Distanz vor dem teilweise leeren Tor. Der Churer Torhüter wehrte sich nach besten Kräften und zeigte einige spektakuläre Paraden. So etwa als er einen herrlichen Aussenrist-Volley von Pedro Borges mit den Fingerspitzen noch aus dem Lattenkreuz lenkte. Teilweise wusste er aber auch nicht, wie ihm geschah, als die Gäste zu mehreren Abschlüssen in direkter Folge kamen und dabei den bereits geschlagenen Torhüter am Boden liegend noch anschossen. Bei einem Pfostenschuss oder einem Wembley-Schuss an die Lattenunterkante und von dort auf die Torlinie beklagte die Gäste auch einfach Pech - ebenso wie bei zwei Strafraumszenen, die der junge Schiedsrichter wohl zu unrecht nicht als Strafstoss für die Davoser wertete.

Es half auch nichts mehr, dass die Davoser auf eine Dreierabwehr umstellten und damit ihre Offensive noch weiter verstärkten. Es schien, als ob sie noch stundenlang auf das Churer Tor hätten anrennen können und den Ball dennoch nie darin unterbringen würden. Trotz dieses frustrierenden Spielverlaufes steckten sie jedoch nie auf. Sie kämpften bis zum Schusspfiff aufopfernd und auch spielerisch agierten sie weiterhin varianten- und temporeich. Auch wenn ihnen so am Schluss nur der Frust über eine unverdiente Niederlage blieb, müssen sie sich für ihre Leistung keinerlei Vorwürfe machen. Zwar fehlte resultatmässig der krönende Abschluss, doch mit ihrem Auftritt im letzten Spiel und auch mit der ganzen Saison dürfen sie insgesamt sicherlich zufrieden sein.

Matchtelegramm

FC Chur 97 - FC Davos    3 : 0  (3 : 0)

Samstag, 14.06.2014, 13:00 Uhr
Obere Au, Chur, Platz D
Schiedsrichter: Simon Gallmann

Startaufstellung:

  5    Sandro Gut 3    Gian Bossi  
       
  2    Sara Chindamo 14  Severin Wenger 11  Pedro Borges
1  Maurus Castelmur      
  7    Stina Neuenschwander 6    Joseph Groves 9    Klaus Gröbner
       
  4    Shaip Gashi 12  Michael Schnetzler  

Auswechselspieler:

10 Luana Manieri, 13 Simon Küchl, 15 Luis Gomes

Tore:

21. 1 : 0  
24. 2 : 0  
34. 3 : 0  

Auswechslungen:

30.


Luana für Sandro
Simon für Gian
Luis für Joseph
40. Gian für Michael
65.

Sandro für Shaip
Michael für Pedro (Simon Sturm links)
Joseph für Sara (hängende Spitze)

Bemerkungen: