Hart erkämpfter Punkt für die C-Junioren

von Martin Zimmerli

Bei herrlichem Spätsommerwetter nutzten die C-Junioren ihr erstes Auswärtsspiel dieser Saison zu einem Tagesausflug über den Flüela und Bernina ins Puschlav. Im Vergleich zu den beiden ersten Partien wurden sie von den Südbündnern sehr stark gefordert. Und obwohl sie beinahe über die gesamte Spieldauer geführt hatten, mussten sie letztlich damit zufrieden sein, wenigstens noch einen Punkt mit auf die lange Heimreise mitnehmen zu können.

In Anbetracht der langen und kurvenreichen Anfahrt zum ersten Auswärtsspiel nahmen die Davoser den Weg über die Pässe bereits zeitig am Samstag Morgen unter die Räder. So hatten sie genug Zeit, um unterwegs einige nicht geplante Pausen einzuschalten. Im Puschlav angekommen erwartete die Juniorinnen und Junioren zunächst ein Teller Spaghetti. Beim von Eins-Spieler Davide Zanetti organisierten MIttagessen (herzlichen Dank Davide auch an dieser Stelle) stärkten sie sich für die kommenden Aufgaben. Bevor es dann auf den Fussballplatz ging, blieb noch Zeit für einen Spaziergang am Ufer des Lago di Poschiavo. Während die einen dort vor allem die Beine lockerten und die Spaghetti verdauten, holten sich die anderen bereits dort nasse Füsse...

Danach begann dann die Matchvorbereitung auf dem Fussballplatz. Nach dem erfolgreichen Saisonstart wollten die Davoser auch die Punkte aus dem Puschlav mitnehmen. Da aber auch die Einheimischen gut in die Meisterschaft gestartet waren und mit viel Selbstvertrauen und demselben Ziel antraten, war damit zu rechnen, dass die Gäste deutlich mehr gefordert würden als in den beiden vorangegangenen Partien.

Bereits die Startminuten machten deutlich, dass diese Annahme sich an diesem warmen und sonnigen Nachmittag bewahrheiten sollte. Da die Defensivreihen beider Teams gut aufrückten, entwickelte sich auf dem relativ kleine Platz von Beginn weg eine umkämpfte, ausgeglichene und im wahrsten Sinne des Wortes enge Partie. Obwohl die Davoser sichtlich bemüht waren, an ihre zuletzt spielerisch guten Leistungen anzuknüpfen, fanden sie kaum je Raum für gute Kombinationen über mehrere Stationen vor. Da ausserdem auf beiden Seiten die physisch stärkeren Spieler eher in der Abwehr anzutreffen waren, entstand Torgefahr beidseits vor allem aus Standardsituationen.

Insgesamt konnten sich zunächst eher die Gäste ein leichtes Übergewicht verschaffen. Sie versuchten immer wieder, sich aus der sicher stehenden Abwehr nach vorne zu kombinieren. So gelangen ihnen zwar ab und zu schöne Spielzüge, bis ganz vor das gegnerische Tor reichte es ihnen aber nur recht selten. Die Gastgeber ihrerseits waren vor allem bei Freistössen und Eckbällen gefährlich. So gelangte immerhin auch der Davoser Torhüter, Maurus Castelmur, zu mehreren Gelegenheiten sich auszuzeichnen - was er mit Bravour auch tat.

Bezeichnend für dieses Spiel war dann die Art und Weise, wie das erste Tor fiel. Dieses gelang verdienterweise den Gästen aus Davos. Ein Davoser Angriff blieb wie oft zuvor in der kompakten Defensive der Poschiavin hängen. Diese brachten den Ball aber nicht unter Kontrolle sondern spielten direkt in die Füsse der nachrückenden Davoser Abwehr. Und auf diese Vorlage vom Gegner fasste sich der Davoser Captain Michael Schnetzler ein Herz und hielt aus grosser Distanz einfach drauf. Und prompt erwischte er den einige Meter vor seinem Tor postierten Torhüter der Puschlaver. Sein Weitschuss senkte sich hinter dem Goalie zum Führungstreffer der Davoser in die Maschen.

Auch wenn dieser Führungstreffer den Davosern Sicherheit verlieh, blieb die Partie umkämpft. Es war deutlich zu sehen, dass sich beide Teams weitere Punkte und damit möglicherweise die Tabellenführung unbedingt holen wollten. So wurde mit viel Engagement um jeden Ball gekämpft - was natürlich den Spielfluss etwas hemmte und zu zahlreichen Freistössen führte. Bei einem dieser stehenden Bälle wehrte sich ein Spieler der Gastgeber aus der Sicht des Schiedsrichters mit unerlaubten Mitteln gegen Simon Küchl, der sich in die Mauer der Südbündner zu drängen versuchte. Diese als Tätlichkeit mit der roten Karte geahndete Aktion verschaffte den Davosern für den Rest des Spiels eine numerische Überzahl.

Auf dem kleinen Platz konnten sie aus diesem Vorteil aber kaum sichtbaren Nutzen ziehen. Dennoch gelang es ihnen nach einer knappen halben Stunde, ihre Führung auszubauen. Auch dieser Treffer war kein Resultat von mehr Platz für Kombinationen. Nach einem Angriff der Gastgeber - ihre Abwehr war einmal mehr weit mit aufgerückt - nutzte der Davoser Schlussmann die Situation gedankenschnell, um seinen Stürmer Simon Küchl mit einem weiten Auskick zu lancieren. Dieser konnte alleine auf den gegnerischen Torhüter loslaufen und bezwang diesen sicher.

An diesem Resultat änderte sich dann bis zum Pausentee nichts mehr. Nach dem Seitenwechsel erwischte Valposchiavo Calcio den besseren Beginn. Bereits in der Startminute des zweiten Umgangs erzielten sie durch einen schönen Weitschuss ihres stärksten Angreifers am rechten Flügel den Anschlusstreffer. Und nun bestätigte sich die alte Fussballweisheit, dass ein Zweitore-Vorsprung ein sehr gefährliches Resultat ist. Der Anschlusstreffer verlieh auf der einen Seite den Südbündnern viel Hoffnung und zusätzlichen Schwung. Auf der anderen Seite machte sich bei den Gästen Verunsicherung und die Angst vor dem Ausgleichstreffer breit. 

Das Spiel kippte nun zusehends. Die Einheimischen spielten sich in eine veritable Euphorie und machten nun unglaublich viel Druck. Immer häufiger kam es zu turbulenten Szenen im Davoser Strafraum. Es war teilweise unglaublich, dass der Ball trotz bester Chancen den Weg ins Tor der Davoser nicht fand. Diese ihrerseits verloren teilweise völlig den Überblick. Der Ausgleich der Gastgeber wäre in dieser Phase mehr als nur verdient gewesen, wollte aber einfach nicht fallen. Im Gegenteil eröffnete der Sturmlauf der Poschiavin den Davosern natürlich Raum für Gegenstösse. Mit etwas Ruhe und kühlem Kopf hätten sie die Partie nun entscheiden können oder gar müssen. Nach einer Phase, in der sie sich kaum mehr aus der gegnerischen Umklammerung hatten lösen können, gelangten sie nun ihrerseits auch wieder zu guten Entlastungsangriffen und zu einigen hochprozentigen Abschlussgelegenheiten.

Je näher das Spielende rückte, desto verzweifelter rannten die Gastgeber auf das Tor der Davoser an. Trotz der bei warmem Wetter kräftezehrenden, intensiven Partie zapften sie noch ihre letzten Kraftreserven an. Bis zur Schlussminute wehrten sich die Davoser mit viel Glück und Einsatz erfolgreich - doch dann fiel er doch noch, der umjubelte Ausgleichstreffer der Einheimischen. Einer der zahlreichen Freistösse prallte hinter Maurus Castelmur an den weiten Innenpfosten und von dort in die Hände des zurücklaufenden Davoser Hüters. Und obwohl dieser den Ball festhalten konnte entschied der gut stehende Schiedsrichter ohne zu zögern auf Tor. Aufgrund des sehr späten Zeitpunktes dieses Treffers ist der Punkteverlust für die Davoser zwar ärgerlich und war die Enttäuschung der Spieler entsprechend gross. Betrachtet man aber den Spielverlauf insbesondere in der zweiten Hälfte, so müssen sie mit diesem einen Punkt zufrieden sein.

So war dann spätestens nach der verdienten Dusche die Laune bei den Davosern wieder beinahe so gut, wie vor dem Spiel - und ganz so gut wurde sie beim Glacé-Halt, der die lange Rückreise etwas auflockerte. Auch wenn zwei der angestrebten drei Punkte im Gepäck der Landwassertaler fehlten, blicken sie doch auf einen gelungenen und erlebnisreichen Tag im Süden des Kantons zurück.

Matchtelegramm

Valposchiavo Calcio - FC Davos   2 : 2  (0 : 2)

Samstag, 31.08.2013, 14:00 Uhr
Cortini Hauptplatz, Poschiavo
Schiedsrichter: Ignaz Good

Startaufstellung:

  5    Lena Pritzi 11  Pedro Borges  
       
  12  Michael Schnetzler 2    Sara Chindamo 13  Simon Küchl
1    Maurus Castelmur      
  15  Luis Gomes 6    Tim Keuning 9    Klaus Gröbner
       
  4    Noé Gutknecht 10  Gian Bossi  

Auswechselspieler:

7 Nathalie Ettinger / 8 Annie König / 14 Kevin Forter

Tore:

9. 0 : 1 Michael Schnetzler
28. 0 : 2 Simon Küchl
41. 1 : 2  
80. 2 : 2

 

Auswechslungen:

30.

Kevin für Pedro
Nathalie für Noé
Annie für Simon

55.

Pedro für Lena
Noé für Gian
Simon für Luis (Sara Innenverteidigung)
60. Gian für Pedro (verl. / Tim linker Verteidiger)

Bemerkungen:

20. Minute rote Karte gegen Valposchiavo Calcio